Projekte (Klassik)

"Mach die Glotze aus und zünde deine Leidenschaften an" (Graffito Genova)

Schubert-Projekt mit Denis Ivanov, Piano (Köln): Winterreise (Januar, März, November, Dezember 13) und Schöne Müllerin (Mai, Juni 13, März, Mai 14) mit Axel Gottschick (Köln), Rezitation

Programmheft Schöne Müllerin Schubert mit Lesung aus Briefen und Tagebüchern des Komponisten
Programm Schoene Muellerin mit Rezitatio[...]
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Winterreise: Programmheft des Konzertes im Literaturhaus Darmstadt
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Denis Ivanov

 

Denis Ivanov wurde in Russland in St. Petersburg geboren. Seine Eltern sind keine Berufsmusiker aber sehr an Musik interessiert. Sie ermöglichten ihm den ersten Unterricht bei Nina Verblovskaia an der Musikschule. Nach der Schulzeit begann er eine Ausbildung am Music College „Mussorgski“ in der Klasse von Ekaterina Sharkova. Erfolgreich schloss er mit dem Diplom ab, das ihm zusammen mit der bestandenen Aufnahmeprüfung den Eintritt in das Hochschulstudium ermöglichte.

 

 

Am St. Petersburger Staatlichen Konservatorium "Rimski-Korsakov" erhielt er die Möglichkeit, bei demKünstler Prof. Eduard Bazanov zu studieren.

Nach erfolgreichem Abschluss als Konzertpianist setzte er im Alter von 27 Jahren das Studium an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber" in Dresden fort. Er schloss ein Aufbau- und anschließendes Meisterklassestudium bei Professor Detlef Kaiser erfolgreich ab.

In Paris folgten Meisterkurse mit Maestros wie Sergio Perticaroli und Léa-Yoanna Adam.

 

Eine besondere Bereicherung bedeutet für ihn die bis heute andauernde Zusammenarbeit mit Léa-Yoanna Adam. Er schätzt ihre herausragende Musikalität, mit der ihre Arbeit und darüber hinaus ihr gesamtes Leben durchzogen ist. Er profitiert von der außergewöhnlichen Variationsbreite ihrer Unterrichtsmethoden. Frau Adam erkannte sein besonderes Talent und förderte seine Karriere als Konzertpianist sowohl als Solist als auch als Begleiter von Orchestern.

Seit 2012 ist er künstlerischer Leiter des von Léa-Yoanna Adam gegründeten internationalen Musikwettbewerbes "Music Masters Interprètes ". Der Wettbewerb ist Mitglied der "Alink-Argerich-Foundation".

 

Denis Ivanov ist Preisträger folgender internationaler Klavierwettbewerbe:

 

Klavierwettbewerb „N. Rubinstein“, Moskau - Finalist

Klavierwettbewerb „S. Rachmaninov“, St. Petersburg - 2. Preis (der 1. Preis wurde nicht verliehen)

Internationaler Klavierwettbewerb „D. Schostakovitch“, St.Petersburg – Finalist

„Concours FLAME“, Paris – 1. Preis und Sonderpreis für die beste Interpretation der zeitgenössischen Musik

„Concours Musical de France“, Paris – 1.Preis und Sonderpreis des SCHOTT-Verlages

Internationaler Klavierwettbewerb „Jean Françaix“ – 2.Preis (der 1. Preis wurde nicht verliehen)

 

 

Teilnahme an folgenden Musikfestivals:

 

„Giocoso“ (Österreich)

„Musique au Moulin d’Ande“ (Frankreich)

„Concerti del Tempietto“ (Italien)

„Schwäbischer Musiksommer“ (Deutschland)

„Musiques et Cultures“ (Frankreich)

„Festival de DINAN“ (Frankreich)

 

 

Begleitung folgender Orchester:

 

Orchester des „Mariinsky Theaters“ (Russland)

Orchester „Sinfonietta“, Dresden (Deutschland)

Philharmonie Südwestfalen (Deutschland)

Kölner Academie (Deutschland)

Philharmonie „P. Constantinescu“ (Rumänien)

Philharmonie „Moldova“ (Rumänien)

 

 

Axel Gottschick, Rezitation

Axel Gottschick  ist als Schauspieler auf verschiedenen Theaterbühnen (z.B. den Stadttheatern Augsburg, Bielefeld, Erlangen, Giessen, Konstanz, Krefeld, Oberhausen ), in Fernsehfilmen sowie TV-Serien tätig, u.a. im Tatort und bei Alarm für Cobra 11. Seit 1996 arbeitet er freischaffend in Köln. Feature- und Hörspielproduktionen für WDR, SWR, HR und Deutschlandradio, off-Kommentare und voice-over für Dokumentarfilme, Hörbücher (Die Tochter) oder Mitwirkung (Der Schwarm, Tod und Teufel v. Frank Schätzing). 1998 führte ihn ein dreimonatiger Arbeitsaufenthalt nach New York. Ab 2000 szenische Lesungen und Rezitationsabende u.a.für die SK Stiftung Kultur, Karl-Rahner Akademie und die Berliner Synagoge. Axel Gottschick ist Gründer und Kopf des Kulturladens Zollstock, einer Lesebühne im Kölner Südwesten.      www.axel-gottschick.colibriagentur.de

Liederabende "Gesichter der Romantik" mit Guido Bottaro u. Alessio Anelli (Piano) in der Sala Chierici Genova (Juni 12)

Pogrammheft Konzert 12.6.2012
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Pogrammheft Konzert 13.6.2012
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Liederabende "Gesichter der Romantik" mit Guido Bottaro, Genua (Flügel) in Deutschland

4.11.10 Oratorio di San Nazario, Genova; 19.11.10 Pianohaus Lepthien Freiburg;  20.11.10, Kleines Theater Zollstock, Köln; 4.3.11, Schwartzsche Villa Berlin;  5.3.11, Gemeindehaus Wunsiedel;  12./13.6.12 Sala Chierici, Genua

Guido Bottaro

Guido Bottaro wurde in Genua geboren und studierte Klavier am Konservatorium Niccolò Paganini in Genua und an der Ecole Normale Alfred Cortot in Paris. Er besuchte Meisterkurse bei Halina Czerny Stefanska, Nikita Magaloff, Aquiles Delle Vigne und Riccardo Risaliti.Guido Bottaro war Finalist im Klavierwettbewerb von Turin und Gewinner der „Goldenen Palme“ des Wettbewerbs von Finale Ligure, sowie Teilnehmer an den „Masters“ in Montecarlo und an der „Sydney International Piano Competition“, wo er jeweils eine Platzierung erreichte. Höhepunkte seiner Konzerttätigkeit waren Auftritte im Saal Cortot der Société Chopin in Paris, im Wiener Saal des Mozarteums in Salzburg, im Teatro Carlo Felice seiner Heimatstadt und bei den Festivals von Mannheim, Leiden und Venedig. Neben Auftritten als Solist gibt Guido Bottaro Kammermusikkonzerte in unterschiedlichen Besetzungen in ganz Europa. Besonders am Herzen liegen ihm die Musik von Frédéric Chopin sowie Komponisten wie Sergej Prokofjew, Dimitri Schostakowitsch, Igor Strawinsky und Béla Bartók. Dessen Sonate für zwei Klaviere und Schlagwerk brachte er mit großem Erfolg im August 2010 in La Spezia (Ligurien) zur Aufführung. Neben der klassischen Musik gilt seine Liebe dem Jazz und dem Tango, die er in diversen Formationen praktiziert. Als Arrangeur und Pianist arbeitet er mit der bekannten italienischen Diseuse Antonella Ruggero zusammen.



 

Gesichter der Romantik, dieser Titel trägt in sich einen Doppelsinn, der ganz konkret auf die im Konzert vorgestellte Reihe romantischer Komponisten wie auch auf das poetologische Konzept der Romantik, auf die Traum-, Nacht- und Fantasieseite der menschlichen Existenz verweist: ‚Gesichter haben’ im Sinne von Träumen, Ahnungen, Fantasien, im Sinne einer Auslotung des Unbewussten, der Auffächerung einer ganzen Farbpalette von Empfindungen, die das Individuum sich fühlen lassen – dies alles begegnet uns in den Liedern Schumanns, Brahms und Mahlers, in der Klaviermusik Chopins wieder. Charakteristisch erscheint dabei, dass dieses Selbstgefühl des romantischen Individuums ein leidendes und leidenschaftliches ist: Die (eigene) Welt ist zerbrochen und in der LeidenschaftderWahrnehmung dieses Bruchs versucht das Ich Boden unter den Füßen zu gewinnen.

 

In allen vorgestellten Liedern bzw. Zyklen wird ein Verlust bzw. eine Trennung beschrieben. Ist in der Dichterliebe Schumanns und seiner Auswahl von Heine-Gedichten die Entwicklung von der Liebeserfahrung (Nr. I-VI) über den traumatischen Wendepunkt („Ich grolle nicht“ Nr. VII) zu den verschiedenen Facetten von ‚Phantomschmerz’ (Nr. VIII-XVI) ausgeschritten, so zeigt sich das lyrische Ich in den Brahmsschen Liedern nach Platen von Anfang an im Stadium der Entfremdung, des Irre-geworden-seins am geliebten Menschen und der eigenen Identität (Vgl. Nr. 4 „Und jener Mensch, der ich gewesen, …. , wo ist er nun?“). In Mahlers Liedern eines fahrenden Gesellen finden wir uns einerseits psychologisch gesehen in der Szenerie des zweiten Teils der Dichterliebe wieder (siehe z.B. die Korrespondenzen zwischen Schumann Nr. IX „Da tanzt wohl den Hochzeitsreigen/die Herzallerliebste mein“ und Mahler Nr. 1 „ Wenn mein Schatz Hochzeit macht“), andererseits radikalisiert sich textlich und musikalisch der Ausdruck bis in Extreme, die schon die Entgrenzungen von Alban Bergs Wozzeck vorausahnen lassen: „Ich hab’ ein glühend’ Messer, ein Messer in meiner Brust“ (Nr. 3). Wenn dann in Mahlers Schlusslied der zur Ruhe kommende Geselle die Erleichterung des Schlafes „unter dem Lindenbaum“ besingt, so scheint diese Linderung vorläufig und doppeldeutig: Die Motivverbindung von Schlaf und Tod schwingt hier unweigerlich mit.

 

Was bedeutet nun für den Interpreten von heute jenseits aller Romantik-Klischees von Herz-Schmerz-Pathetik die Qualität von Leiden und Leidenschaftlichkeit, die einem in den Liedern Schumanns, Brahms und Mahlers, in der Musik Chopins entgegentritt? Diese Frage kann natürlich nur subjektiv beantwortet werden. Ich denke, dass abgesehen von der niemals veraltenden menschlichen Grunderfahrung der Verknüpfung von Liebe und Leid, die diese Musik in jedem von uns aufruft, die literarisch-musikalische Romantik gerade heute ein Provokationspotenzial in sich trägt: In einer Zeit, wo der homo communicans glaubt, durch endloses Kommunizieren seine Gefühle inflationär ausdrücken zu müssen, sie damit jedoch gerade domestiziert und verwässert, stehen die lyrische und emotionale Verdichtung und Wucht der Romantik quer zur postmodernen ‚Gefühlsökonomie’. Man würde wohl heute das zwischen emotionalem Überschwang, aufblitzender Wut und brütender Depression schwankende lyrische Ich dieser Lieder auf Schulhöfen mit „Ey, Du Opfer“, in Lehrerzimmern als „ADS-Fall“ und im Mittelklasse-Jargon als „Integrationsverweigerer“ bezeichnen. Denn dieses Ich ist nicht bereit sich zu Frieden zu geben und zu assimilieren, es beharrt auf der Unmittelbarkeit, ja auch Destruktivität der eigenen Gefühle, auf der Artikulation von Schmerz und Entfremdung, auf der Kenntlichkeit des eigenen Gesichtes und sei es als Totenmaske.

 

Damit gehen diese Lieder und diese Musik das Wagnis einer Individualität ein, die wir heute zwar ständig im Munde führen, die aber in der Praxis immer stärker weg-salbadert, weg-therapiert, weg-konditioniert wird: Das Individuum soll funktionieren, gerne auch emotionalen Mehrwert produzieren, aber es interessiert letztlich nur als Konsument und Dienstleister. Genau dem verweigert sich die Romantik.

 

                           Joscha Zmarzlik

 

 



Liederabend

Gesichter der Romantik –

 

 

Joscha Zmarzlik, Berlin (Bariton)

Guido Bottaro, Genua (Flügel)

 

I

 

Gustav Mahler (1860-1911), Lieder eines fahrenden Gesellen

 

1. Wenn meine Schatz Hochzeit macht

2. Ging heut’ Morgen übers Feld

3. Ich hab’ ein glühend Messer

4. Die zwei blauen Augen

 

II

 

Frédéric Chopin (1810-1849)
Sonata Nr.2 op. 35 in b-moll


Grave- Doppio movimento
Scherzo
Marcia Funebre
Finale-Presto

 

 

 

 

PAUSE

 

 

 

 

III

 

Johannes Brahms (1833-1897), 4 Lieder nach August von Platen, op. 32

 

1. Wie rafft’ ich mich auf in der Nacht

2. Nicht mehr zu dir zu gehen

3. Ich schleich’ umher betrübt

4. Der Strom, der neben mir verrauschte

 

 

IV

 

Robert Schumann (1810-1856),

Dichterliebe (op.48) nach Heinrich Heine

 

1. Im wunderschönen Monat Mai

2. Aus meinen Tränen sprießen

3. Die Rose, die Lilie, die Taube

4. Wenn ich in deine Augen seh

5. Ich will meine Seele tauchen

6. Im Rhein, im heiligen Strome

7. Ich grolle nicht

8. Und wüßten’s die Blumen

9. Das ist ein Flöten und Geiger

10. Hör ich das Liedchen klingen

11. Ein Jüngling liebt ein Mädchen

12. Am leuchtenden Sommermorgen

13. Ich hab im Traum geweinet

14. Allnächtlich im Traume

15. Aus alten Märchen winkt es

16. Die alten bösen Lieder